Brustrekonstruktionen nach Krebsbehandlungen

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Informationen zu Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Art von Brustkrebs bei Frauen aller Rassen (23% aller Krebserkrankungen). Die meisten dieser Fälle treten bei Frauen über 50 auf. Eine von 8 Frauen wird im Laufe Ihres Lebens Brustkrebs bekommen.

Chirurgische Behandlungen sind häufig die erste Behandlungsmethode. Es gibt verschiedene chirurgische Optionen, die vom Stadium des Krebs und der Patientin selbst abhängen.

Lumpektomie – bei dieser Prozedur entfernt der Chirurg nur den Tumor und eine kleine Menge des Brustgewebes. Diese Operation wird als brusterhaltend bezeichnet. Häufig ist nach dieser Tumorentfernung eine Strahlungstherapie nötig.

Mastektomie –Entfernen der kompletten Brust.

Kryotherapie – eine experimentelle Methode zur Behandlung von Brustkrebs. Sie basiert auf extremer Kälte, mit der gezielt auf die Krebszellen eingegangen wird, um diese einzufrieren und zu töten.

Lymphknotenentfernung – zusätzliche Prozedur, die bei einer Lumpektomie oder Mastektomie verwendet wird. Sie wird angewandt, wenn der Brustkrebs in die Lymphknoten der Achselhöhlen vorgedrungen ist.

Psychologische Aspekte einer Brustoperation

Studien zu psychologischen Effekten einer Mastektomie zeigen, dass ein Verlust der Brüste bei einer Frau die Selbstachtung und das Selbstvertrauen verringert. Brüste sind mehr als nur ein Teil des Körpers. Gesunde Brüste werden als Symbol der Weiblichkeit und Sexualität angesehen. Sie sind ein wichtiger Faktor für das Selbstvertrauen und die geistige Gesundheit jeder Frau.

Brustrekonstruktion

Diese Operation stellt nach einer Mastektomie oder manchmal auch einer Lumpektomie die Brüste wieder her. Die Brustrekonstruktion kann entweder gleichzeitig mit oder nach der Krebsentfernung durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Methoden der Brustrekonstruktion, inklusive Brustimplantaten, die Verwendung von nativen Gewebelappen oder einer Kombination der beiden.

Brustrekonstruktion mit Implantaten – Ein Chirurg platziert die Implantate entweder in dem Freiraum, der durch das Entfernen des Brustgewebes entstanden ist oder unter den Brustmuskeln.

Brustrekonstruktion mit nativen Gewebelappen – diese Rekonstruktionsmethode basiert darauf, das eigene Gewebe des Patienten zu verwenden. Dabei können ein Hautlappen, Fett oder Muskel verwendet werden, die Ihre eigene Blutversorgung beibehalten. Dieses Stück kann vom Bauch, Rücken, Gesäß oder Oberschenkel stammen. Es gibt verschiedene Arten der Brustrekonstruktion mit Gewebelappen:

TRAM (transverse rectus abdominis myocutaneous) Lappen – Gewebe für die neue Brust wird aus dem unteren Bauchbereich entnommen (Abb. 1). Der TRAM-Lappen besteht aus Haut, Fett, Blutgefäßen und Bauchmuskeln. ‚Myocutaneous‘ bedeutet, dass es aus Haut und Muskeln besteht. Zusätzlich kann mit dieser Prozedur der Bauch gestrafft werden.

Latissimus dorsi Lappen – Gewebe für die neue Brust wird aus dem oberen Rückenbereich entnommen (Abb. 2). Diese Prozedur beinhaltet meist auch Brustimplantate. Der Lappen wird vor der Brust unter der Haut vernäht. Dann schafft der Chirurg eine Gewebetasche und platziert das Implantat darin.

Diese oben genannten Arten der Brustrekonstruktionen sind die am häufigsten benutzten. Andere Lappen-Rekonstruktionen benötigen besondere Methoden der Mikrochirurgie und sind nur in spezialisierten Zentren verfügbar. Zu diesen Prozeduren gehören:

  • DIEP (deep inferior epigastric artery perforation) – Der Lappen wird aus dem gleichen Bereich wie der TRAM-Lappen entnommen. Allerdings werden hierbei keine Bauchmuskeln übertragen.
  • GAP (gluteal artery perforation) – Haut, Fett, Blutgefäße und Muskeln für die neue Brust werden aus dem Gesäß entnommen.
  • TUG (transverse upper gracilis) – Der Gewebelappen wird aus dem Gesäß und dem inneren Teil des Oberschenkels entnommen. Allerdings kann diese nicht bei Frauen mit dünnen Oberschenkeln angewendet werden.

Abb. 1 TRAM-Lappen Brustrekonstruktion.

Abb. 2 Latissimus dorsi Lappen

Wann wird eine Brustrekonstruktion durchgeführt?

Abhängig vom Zeitpunkt einer Brustrekonstruktion wird diese bezeichnet als:

Simultan – wenn sie gleichzeitig mit einer Tumorentfernung geschieht. Diese Methode ist für die Patientinnen geeignet, die keine Strahlentherapie benötigen.

Stufenweise – diese Methode wird Patientinnen empfohlen, die nach der Tumorentfernung eine Strahlentherapie benötigen. Die Brustrekonstruktion wird in zwei Stufen unterteilt, um die rekonstruierte Brust vor den Effekten der Strahlenbehandlung zu schützen. Die Strahlenbehandlung kann ein Schrumpfen des Fettgewebes verursachen, das für die Formung der neuen Brust verwendet wurde. Dadurch können die Brustimplantate schmerzhaft werden und sich deformieren. In der ersten Stufe der Brustrekonstruktion wird ein Gewebeexpander verwendet (Abb. 3). Das ist ein vorläufiges Implantat, das die Brusthaut und den Raum zwischen den Brustgeweben bis zur nächsten Stufe der Rekonstruktion in Form halten soll. Die zweite Stufe wird nach der Strahlentherapie durchgeführt. Der Chirurg entfernt dann den Gewebeexpander und setzt ein permanentes Implantat ein.

Verzögert – Dies ist die am häufigsten angewendete Methode für Frauen, die bei der Mastektomie keine Möglichkeit für eine Brustrekonstruktion hatten.

Abb. 3 Gewebeexpander

Heilung nach einer Brustrekonstruktion

Es ist normal, dass man sich nach einer Brustrekonstruktion für ein paar Wochen erschöpft fühlt oder Schmerzen hat. Normalerweise wird Patientinnen empfohlen, für 4-7 Tage oder länger im Krankenhaus zu bleiben.

Ein Physiotherapeut erstellt einen individuellen Trainingsplan.  Diese Übungen sind von der Art der Operation abhängig.

Es ist sehr wichtig, die Brusthaut gut zu pflegen. Normalerweise heilen die Wunden innerhalb von sechs Wochen nach der Operation. Die meisten Chirurgen empfehlen die Haut mit Cremen oder Ölen zu massieren. Die Narbe verblasst nach 18 Monaten. Allerdings kann es manchmal bis zu zwei Jahre dauern, bis die Narbe schrumpft und verblasst.

Patientinnen können die meisten alltäglichen Aufgaben sechs Wochen nach der Operation wieder aufnehmen.

Brustkrebs bei Männern

Man hört nicht viel über Brustkrebs bei Männern, da er selten vorkommt. Obwohl Brustkrebs bei Frauen etwas wie das Schwert des Damokles ist, kann er auch bei Männern auftreten. Die Wahrscheinlichkeit für Männer an Brustkrebs zu erkranken ist in den letzten Jahrzehnten auch gestiegen.

Der meisten mit Brustkrebs diagnostizierten Männer sind zwischen 60 und 70 Jahren alt. Statistiken zeigen, dass Brustkrebs bei 1% der männlichen Bevölkerung auftritt.

Obwohl Männer nicht solche Brüste wie Frauen haben, ist das Gewebe das gleiche. Daher sind Ursachen, Symptome, Diagnosen und Behandlungen bei Brustkrebs für beide Geschlechter gleich.

Bei Männern wird zur Behandlung häufig eine Mastektomie verwendet. Auch werden nach der Mastektomie Brustrekonstruktionen durchgeführt.